Unmerklich länger wird jeder folgende Tag gegenüber dem vorangegangenen. Die Erdrotation, die Drehung der Erde um die eigene Achse, wird ständig gebremst. So dürfte sich die Erde einst auf einer vollen Umdrehung der Erde um die Sonne 400 mal gedreht haben. Also hatte ein Jahr einst 400 Tage. Und irgendwann einmal dürfte die Erde gar zum Stillstand kommen. Was verursacht die Bremsung? Von Paul Furrer-Bischofberger

Normal 0 false false false DE JA X-NONE /* Style Definitions */table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Table Normal"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:12.0pt; font-family:Cambria; mso-ascii-font-family:Cambria; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Cambria; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-ansi-language:DE; mso-fareast-language:DE;} Von Paul Furrer-Bischofberger

Nach dem schweren Erdbeben in Chile vor knapp drei Jahren vermuteten Forscher der NASA, dass der Erdstoss  mit einer Amplitude von 8.8 auf der Richterskala die Rotation der Erde verändert haben könnte.  Und in der Tat: Am Institut für Geodäsie und Geophysik der Technischen Universität Wien konnte festgestellt werden, dass die Drehgeschwindigkeit der Erde sich verlangsamt hat. Die Verzögerung wird angegeben mit 0.3 Mikrosekunden.

Eine weitere Verzögerung wird täglich ausgelöst durch die Gezeitenkräfte. Dafür ist der Mond hauptverantwortlich, entstehen Ebbe und Flut  primär  wegen der Anziehungskraft des Mondes. Die Erde wird  regelmässig „leicht auseinandergezogen". Insbesondere das Wasser der Ozeane gibt der Anziehungskraft nach, wobei jeweils zwei Flutberge entstehen, sowohl auf der mondzugewandten wie auf der gegenüberliegenden Seite.  Wegen den Reibungskräften bilden sich die Flutberge aber etwas verspätet.

Die Reibungskräfte bremsen die Erde. Somit wird die Rotationszeit immer länger. Die  Umdrehungszeit der Erde um ihre eigene Achse nimmt zu, zwar unmerklich, aber immerhin jeden Tag von 50 Nanosekunden.  Basierend auf diese Verzögerung wird ein Tag erst in rund drei Millionen  Jahre um eine Minute länger sein. Dann aber dürfte ein Jahr noch rund 355 Tage zählen.

Nicht nur die Tageslänge und –anzahl wird sich ändern, sondern auch die Entfernung zum Mond. Exakte Messungen –trotz den unterschiedlichen Distanzen zwischen Erde und Mond- ergeben, dass sich der Mond jährlich um 3.8 cm von der Erde entfernt (siehe „Der Sternenhimmel" 2013 /ISBN 978-3-440-13095-7/ S. 320ff).  Rund 26 000 Jahre dauert es, bis sich der Mond um einen Kilometer von der Erde entfernt haben wird.

Wenn wir die „Zahlenspielerei" weiter führen, werden wir in einen Bereich kommen, wo sich die Erde nicht mehr drehen  und die Sonne aufblähen wird. Es ist wohl müssig, sich bereits heute über das Überleben in jenen fernen Zeiten Gedanken  zu machen.