Mit fundiertem Fachwissen, vereint mit  Bündner Rhetorik und gespickt in fünf Sprachen,  zog Men J. Schmidt, Sent/Gossau, die anwesenden Hobbyastronomen und weitere Interessierte in den Bann  der Erforschung des Weltalls. Sein Schwergewicht legte er auf die Präsenz der Europäischen  Weltraumorganisaation ESA (European Space Agency) wie auf die Beteiligung der Schweiz an der Erforschung.  Ins Schwärmen kam der Referent, als er die demnächst startende Mission Gaia vorstellte, welche äusserst genaue Daten über Distanzen von über einer Milliarde Sterne liefern sollte. Ein weiterer Schwerpunkt in seinem Vortrag war die Präsentation der Mission Rosetta, welche in zwei Jahren Angaben über einen Kometen liefern wird

Von Paul Furrer-Bischofberger, Chur

In verständlicher Weise referierte Men J. Schmidt sowohl über die Entstehung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), entstanden aus  den zwei europäischen Organisationen ELDO und ESRO der Siebzigerjahren und als Pendant zu den Russen und Amerikanern wirkt. „Flaggschiff“ der ESA ist die Trägerrakete Ariane. Mit diesem „Geschoss“ werden rund 60% aller Satelliten ins Weltall –von  Kouru auf Französisch Guayana aus-  transportiert . Hier sei bemerkt, dass die ESA nicht Raumfahrtbehörde der EU ist, sondern eine völlig eigenständige Organisation  ist – mit Verbindungen zur EU –.

Ihr angeschlossen ist auch die Schweiz.

Schweiz – Hauptpartner für CHEOPS

Eine der geplanten Mission der ESA widmet sich den Exoplaneten in der näheren Umgebung der Erde, deren Charakterisierung und Untersuchung. Die CHEOPS-Mission soll etwa 500 Sterne in bereits bekannten Planetensystemen aus einer Erdumlaufbahn beobachten. Hauptpartner für dieses Projekt ist die Schweiz, weitere Partner sind bisher Belgien, Grossbritannien, Italien, Oesterreich und Schweden. Es sollen hochpräzise Helligkeitsmessungen aufgespürt werden, um daraus Grösse, Masse und mögliche Atmosphären bestimmen zu können.

Der rund 200 km schwere Satellit wird auf 36000km Höhe gebracht. Der Start ist vorgesehen für das Jahr 2017.

Bis zum erwähnten Jahr wartet die ESA aber auf mit zahlreichen weiteren Missionen. Gaia, bereits in der Einleitung erwähnt, startet in wenigen Tagen, im  nächsten Jahr wird die Mission Rosetta ihren Höhenpunkt haben, wenn  die im Jahre 2004 gestartete Sonde in eine Umlaufbahn um den kleinen Himmelskörper Tschurjumow, ein Komet, eingeschwenkt wird.. Mit einem rund 100 kg schweren Gerät sollen Experimente gestartet werden, die Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Kometen zulassen..

Mit Colombo ab 2015 sollte der sonnennächste Planet Merkur mit seiner Oberflächentemperatur von rund 500°C auf der sonnenzugewandten Seite erkundet werden. 

Ebenfalls mit einer Ariane-Raketewird  im Juni 2022 Juice starten, um Daten von den Galileischen Monden des Jupiters zur Erde liefern zu können.

Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass die Milchstrassenbildung kurzer Zeit nach dem Urknall beendet war. Dank des Hubble-Teleskops, das ebenfalls von der ESA ins Weltall gebracht wurde, wurde festgestellt, dass die Zwerggalaxie „I Zwicky 18“, benannt nach dem Glarner Astronommen Fritz Zwicky, erst 500 Millionen Jahre alt sei, im Gegensatz zum Beispiel zur Milchstrasse, die bereits ein Alter von 12 Milliarden Jahre aufweist“.  Nach wie vor erwartet die ESA bis zum Jahre 2017 Daten von Hubble.

In einer Vielzahl von weiteren Missionen führte der Referent seine Ausführungen zum Schluss, welche mit einem langandauernden Applaus zum Ende des sehr spannenden Abends führte.