Gegenwärtig kann eine Vielzahl von Sonnenflecken beobachtet werden.  Festgestellt werden können sie von blossem Auge (Sonnenfinsternisbrille anziehen).  Astronomen  nannten für Samstag die Sonnenfleckenrelativizahl 147, was einem hohen Wert entspricht.  So gab es vor wenigen Tagen eine „riesige Fleckengruppe“ mit 62 Einzelflecken zu bestaunen.

von Paul Furrer-Bischofberger

 

Sonnenfleck so groß wie der Jupiter: Fünf Sonneneruptionen in einer Woche

Am Donnerstag hat die SDO-Mission der Nasa eine gewaltige Sonneneruption beobachtet. Eingestuft wurde sie als X3. Damit zählt sie zur Gruppe der stärksten Sonnenausbrüche. Ausgangspunkt ist ein Sonnenfleck, der so groß ist wie der Jupiter.

Dies war aber in der vergangenen Woche nicht die einzige Eruption. Die NASA, welche seit fünf Jahren intensiv unser Zentralgestirn beobachtet, stufte die Eruptionen, im Fachjargon Flares genannt,  der Klasse X, der stärksten Klasse ein.

Normalerweise existiert durch die Sonneneruptionen keine Bedrohung für die Erde, da die geladenen Teilchen Elektronen, Ionen, usw. vom Magnetfeld der Erde abgelenkt werden. Selten beeinflussen die entstehenden elektrischen Felder die Stromnetze auf der Erdoberfläche. Aber auch Satelliten und Funkübertragung könnten beeinflusst werden.

Beobachtungen der Sonnenflecken in Arosa

In diesem Zusammenhang möge ein Hinweis auf einen Schweizer Astronomen und Sonnenforscher gegeben werden.  Max Waldmeier (1912 -2000) gründete 1939  das Astrophysikalische Observatorium in Arosa und war ab 1945 Direktor der Eidgenössischen Sternwarte in Zürich. Er ist vor allem durch seine Arbeiten zur Klassifikation von Sonnenflecken und zum elfjährigen Zyklus der Sonnenaktivität bekannt.

„Die Zürcher Sonnenflecken-Skala  (auch Waldmeier-Klassifikation genannt) unterscheidet Größe und Form der Flecken, ihre Gruppierung, die Bipolarität des Magnetfeldes und das Vorhandensein von Penumbren (Halbschatten). Durch Waldmeier findet sie seit den vierziger Jahren internationale Verwendung“ (aus Wikipedia).

Die erwähnte „Sonnenwarte“ auf Tschuggen/Arosa wurde im Jahre 1980 aufgehoben und der Bürgergemeinde Chur übertragen.

Interessierte an den Sonnenflecken mögen sich jederzeit an Mitglieder der Astronomischen Gesellschaft Graubünden wenden. Sie sind gerne behilflich bei der Vermittlung eines Fernrohres oder für Führungen in der Sternwarte Mirasteilas in Falera.

Oktober 2014