Pluto galt seit seiner Entdeckung im Jahre 1930 bis zum Jahr 2006 als äusserster Planet unseres Sonnensystems. Vor  rund 9 Jahren wurde der neunte Planet Pluto durch die Internationale Astronomische Union (IAU) wegen der Neudefinition* „Planet“ „nur noch den Zwergplaneten“ zugeordnet.

Doch auch dieser ehemals äusserste Planet ist nach seiner „Rückstufung“ es wert zu erforschen. Seit kurzer Zeit liegen neue Forschungsdaten vor, die Mitte Oktober 2015  veröffentlicht wurden. Der Vorbeiflug von „New Horizons“, einer Nasa-Sonde, an Pluto brachte eine vielgestaltige Landschaft mit Ebenen und Bergen hervor.

von Paul Furrer-Bischofberger, Chur

Hier eine zusammengefasste  rudimentäre Zusammenfassung  der wissenschaftlichen Auswertung, basierend auf den Schlussfolgerungen von Alan Stern vom South West Research Institute in Boulder, Colorado, USA :

-       Die Oberfläche weist Regionen mit grossen Helligkeitsunterschieden auf, darunter auch Gebiete, wie sie auf der Erde von Gletschern geformt werden. Stern meint dazu, dass Plutos Oberfläche immer wieder umgestaltet wurde /oder noch wird.

-       Es gibt hohe Berge bis zu einer Höhe von drei Kilometern, was eine „stabile Kruste“ voraussetzt. Diese könnte nach Interpretationen der Forscher um Stern  aus „hartem Wassereis“ bestehen und schliessen die frühere Interpretation des gefundenen gefrorenen Gases aus Kohlenmonoxid, Methan und molekularem Sauerstoff aus.

-       Niedriger als erwartet ist der Druck in Plutos Gashülle.

-       Auf Plutos grösstem Mond, Charon, konnte die Sonde keine nachweisbare Atmosphäre ausmachen. Hingegen fanden sie auf dem rund halb so grossen Mond im Vergleich zu Zwergplanet Pluto gewellte Ebenen, grabenartige Vertiefungen und Berggipfel von bis zu vier Kilometern Höhe.

-       Die recht stark reflektierenden Oberflächen der beiden Plutomonde Nix und Hydra könnte auf „vergleichsweise reines Wassereis“ hindeuten.

Was  von etwas früherer Zeit schon bekannt ist:   Pluto ist grösser als angenommen.

Zusammengefasst von Paul Furrer-Bischofberger, Chur nach NZZ vom 16. Oktober (Autor: Thorsten Dambeck) für die Grisoniden (Astronomische Gesellschaft Graubünden)

Es ist schon erstaunlich, dass es der Menschheit gelingen mag, Sonden ans „äussere Ende“ unseres Sonnensystems zu senden und entsprechendes Bildmaterial  im Nachhinein zu erhalten.  Ein umfangreiches Bildmaterial kann heruntergeladen werden unter  http://www.nzz.ch/bildstrecken/bildstrecken-wissenschaft/bildstrecke/pluto-1.18580308 . Oder unter NZZ am Morgen vom 16. Oktober (Geologische Prozesse prägen Pluto noch heute), resp. unter Eingabe unter google (Geologische Prozesse prägen Pluto noch heute).

Ergänzung

*Neudefinition Planet seit 24. August 2006 (aus Wikipedia)

Auf der Weltkonferenz der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Prag definierten die Wissenschaftler, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Himmelskörper als Planet bezeichnet werden kann:

A: Er darf nicht selbst leuchten.


B: Er muss sich um die Sonne bewegen.


C: Seine Masse muss so groß sein, dass die Schwerkraft ihm Kugelform gibt.


D: Er muss das dominierende Objekt in seiner Umlaufbahn sein, das heißt er muss sie von anderen Objekten frei geräumt haben.

Die Bedingung D schafft Pluto nicht. Er bewegt sich nicht allein auf seiner Umlaufbahn: Neuere Beobachtungen zeigen, dass Pluto ein Mitglied des Kuiper-Gürtels ist, in dem sich etwa 70000 Himmelskörper bewegen. Ein Mitglied des Kuipergürtels ist das z.B. das kürzlich entdeckte Objekt 2003 UB313. Dieser Himmelskörper ist sogar noch etwas größer als Pluto.